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Novelle und Thriller

(Info:) Die Textarten Novelle und Thriller unterscheiden sich von Roman in der folgender Weise:

Inhaltsverzeichnis

Novelle

Die Novelle liefert im Gegensatz zum Roman kein umfassendes Bild oder Lebenslauf, sondern schildert »eine sich ereignete unerhörte Begebenheit« (Goethe). Sie beschreibt ein real vorstellbares Ereignis mit Anspruch auf Neuheit bzw. Aktualität. Es gibt dementsprechend einen Konflikt zwischen dem Außergewöhlichem gegenüber Neuartigem und der Normalem gegenüber Althergebrachtem. In der Novelle läuft alles auf einen Wendepunkt hin, der im Text (z. B. mit einem sprachlichen Leitmotiv) oder sogar im Titel bereits angedeutet wird. Oft kommt auch ein DingsymbolFalken-Motiv«) vor, der äußeres Zeichen des Wendepunktes ist. Die Novelle ist mehr mit dem Drama als mit dem Roman verwandt. Die Erzählungen von Jules Verne sind daher Novellen, da es immer darum geht, dass ein real vorstellbares Ereignis die Hauptfigur(en) aus ihrem gewohnten Leben reißt. Die Länge einer Novelle beträgt meist zwischen 20.000 und 50.000 Worte.

Thriller

Der Thriller ist ein Spezialfall der Novelle, da es auch hier um ein besonderes Ereignis geht und die Handlung auf einen besonderen Höhepunkt zustrebt. Im Internet findet sich der Begriff der »Thriller-Novellen«, was dann einen Pleonasmus darstellt. Die grundsätzlichen Eigenschaften eines Thrillers sind kein Widerspruch zur Novelle.
Ein Thriller bedeutet und das ist auch die Erwartung der Leser:

  • Nervenkitzel aus Hochspannung zwischenzeitlicher Entspannung, also eine Achterbahn der Gefühlte.
  • Alltägliche Ängste werden sichtbar gemacht.
  • Allgegenwertige böse Kräfte werden sichtbar gemacht (Ohnmacht oder Verschwörungen).
  • Hoffnung geben, dass ein Kampf möglich und erfolgreich ist.
  • Realismus im Gegensatz zu Horror, Fantasy oder Mystery, obwohl solche Elemente vorkommen können.
  • Der Höhepunkt ist der »Alles verloren«-Moment, aus dem die Hauptfigur nur durch eine innere Veränderung herauskommt.
  • Sympathische Hauptfigur zum Mitleiden, die neben Stärken auch Schwächen hat, die aus ihrer Vergangenheit begründet werden. Diese Schwächen will die Gegenfigur gegen die Hauptfigur nutzen.
  • Gegenfigur mit sympathischen Eigenschaften. Damit die Gegenfigur nicht grundsätzlich abstoßend wahrgenommen wird. In seiner Vergangenheit liegt seine Entwicklung zum Soziapathen begründet. Auch die Gegenfigur braucht eine Schwäche (ihr Kryptonit) um am Ende besiegt zu werden.

Fortsetzung

Im Artikel »10 Zutaten für einen Thriller« erfahren Sie mehr über Thriller.

(Ende.)