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Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip für Buchprojekte und andere Vorhaben

(Info:) Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip für Buchprojekte und andere Vorhaben bietet Ihnen eine effizient und effektiv Planungshilfe. In diesem Artikel lernen Sie zuerst die Hintergründe kennen und danach die praktische Anwendung des erweiterten S.M.A.R.T.-Prinzips.

(Update:) 08.05.2022 – Ein ergänzender Artikel »Konstruktive Kritik am S.M.A.R.T.-Prinzip« steht zur Verfügung. In diesem geht es auch um ein angepasstes S.M.A.R.T.-Prinzip mit zahlreichen Beispiele.

Inhaltsverzeichnis

1. Das einfache S.M.A.R.T.-Prinzip

Wer den Wunsch hat, etwas über einen längeren Zeitraum aufzubauen, der ist gut beraten, dies mit einer guten Planung zu beginnen. Das Thema Planung ist besonders bei Autoren unbeliebt, weil es schnell die Behauptung im Raum steht, Planung behindere den kreativen Prozess. Die Empfehlung, man soll sich das Ziel, das man erreichen möchte, nur stark genug vorstellen soll (Visualisierung), ist jedoch eine gute Motivation. Wohingegen diese nicht für eine Vorbereitung, die im Vorfeld versucht alle Rahmenbedingungen zu überprüfen, taugt.
(Hinweis:) Den Begriff »Das einfache S.M.A.R.T.-Prinzip« werden Sie in der Literatur nicht finden. Ich verwende ihn hier nur, um ihn gegen den Begriff »Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip« (siehe unten), abzugrenzen.

(Frage:) Wie können Sie im Voraus prüfen, ob Ihnen alle nötigen Bestandteile für Ihr Projekt zur Verfügung stehen oder wo Sie im Vorfeld noch aktiv werden müssen?

(Antwort:) Jedes Kochrezept beschreibt Ihnen nicht nur, wie Sie zum Beispiel einen leckeren Kuchen backen, sondern listet zu Beginn die nötigen Zutaten, Werkzeuge und die nötige Zeit für die Zubereitung auf. So können sie schnell prüfen, ob Sie alles haben inkl. der nötigen Zeit, um den Kuchen zu backen.

Was ist das S.M.A.R.T.-Prinzip?

Der Unternehmensberater Peter Drucker (1909 – 2005) entwickelte für das Projektmanagement eine Liste mit fünf Begriffen, die die Voraussetzungen sind, dass ein Projekt erfolgreich macht. Er nannte es »Specific Measurable Achievable Reasonable Time-bound« und fasste kurzum dieses sperrige Wort mit dem Akronym (eine Abkürzung, die ein Wort ergibt) »S.M.A.R.T.« zusammen.

Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip (specific Measurable Achievable Reasonable Time-bound) für Buchprojekte und andere Vorhaben
Das (einfache) S.M.A.R.T.-Prinzip in zehn Punkten für das schnelle Erstellen einer soliden Planung.
  • (S:) = Spezifisch (ein positiv besetztes Ziel): Also einen leckeren Kuchen backen.
  • (M:) = Messbar: Zuletzt steht ein Kuchen auf dem Tisch, der gegessen werden kann.
  • (A:) = Ausführbar: Sie können den Kuchen nur backen, wenn Sie alle Zutaten aus dem Rezept haben, wenn Sie Zugang zu den Werkzeugen wie Schüssel, Waage, Ofen etc. haben und wenn Sie das nötige Wissen haben, z. B. wie man das Eiweiß trennt. Dieser Punkt ist jedoch der umfangreichste und kann bis zu sechs Unterpunkte besitzen: 1. Voraussetzungen, Ressourcen und Material, 2. Wissen und Können, 3. Dürfen, 4. Personal (Menpower), 5. Raum und 6. Geld.
  • (R:) = Realistisch: Haben Sie ausreichend Zeit (Dauer, Zeitfenster), um den Kuchen zu backen?
  • (T:) = Terminiert: Der Kuchen soll heute um 15 Uhr abgekühlt auf der Kaffeetafel stehen.

(Hinweis:) Sie werden in der Literatur und im Internet zahlreiche alternative Begriffe für die Buchstaben von »S.M.A.R.T.« finden. Besonders das »A« hat im Laufe der Zeit viele weitere Bedeutungen wie Aktiv, Akzeptiert, Ambitioniert oder Angemessen bekommen.

(Achtung:) Nur wenn alle fünf Bedingungen (zehn Punkte) beantwortet sind, können Sie das Projekt erfolgreich fertigstellen. Wenn Sie ein Projekt ganz alleine durchführen wollen, dann könnte im Unterpunkt (A:)-4 für Personal auch nur »ich« stehen.

Tipp zum Umgang mit dem S.M.A.R.T.-Prinzip

(Tipp:) Dabei sollten Sie Ihre Antworten auf die fünf Fragen inkl. der sechs Unterpunkte von Ausführbar, also zusammen 10 Fragen, schriftlich festhalten und sie so präzise wie möglich beantworten. Halten Sie sich dabei an das K.I.S.S.-Prinzip halten (Keep it simple and studid! = Halte es einfach und idiotensicher; (siehe:) https://de.wikipedia.org/wiki/KISS-Prinzip). Wenn Sie feststellen, dass Ihre Antwortliste auf die 10 Fragen eine oder mehr Lücken hat, so müssen Sie sich erst um diese kümmern, bevor Sie das Projekt starten.

Beispiel 1: Weniger Schreib- und Tippfehler mit S.M.A.R.T. planen

Im Ersten fiktiven Beispiel geht es darum, weniger Schreib- und Tippfehler machen zu wollen. Dies können Sie mit S.M.A.R.T. planen. Jedoch achten Sie auf Ihre Antworten, denn davon hängt es ab, ob es auch klappt. Die Übertreibungen sind beabsichtigt, um folgerichtig auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen. Außerdem die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten lässt sich schwerer planen als ein Buchprojekt.

(S:) = Spezifisch: Ich will weniger Schreib- und Tippfehler machen, damit ich schließlich weniger Zeit zum Korrigieren meiner Texte aufwenden muss.
(M:) = Messbar: Keine rot unterstrichenen Wörter mehr in WORD oder im E-Mail-Programm.
(A:) = Ausführbar:
1. Voraussetzungen, Ressourcen und Material: Hardware und Software stellt mir der Arbeitgeber.
2. Wissen und Können: Ich weiß um meine Fehler und dass ich zu schnell tippe. Daher muss ich mich einfach mehr konzentrieren.
3. Dürfen: Mein Chef will, dass ich schnell fehlerfreie schreibe.
4. Personal (Menpower): Ich allein.
5. Raum: Auf der Arbeit im Großraumbüro.
6. Geld: Ich bekomme mein Gehalt. Überstunden, die entstehen, weil ich zu schlecht schreibe, will der Chef nicht bezahlen.
(R:) = Realistisch: Ich muss sorgfältiger am Computer sein.
(T:) = Terminiert: Am besten sofort.

(Checkliste:) Bewertung der S.M.A.R.T.-Planung

(Hinweis:) Dieses Projekt ist als negativen Beispiel gedacht und zeigt, dass Sie so nicht mit S.M.A.R.T planen können. Kurzum die Antworten sind zu ungenau, zeigen viel Druck von Außen (Chef) und lassen eine fehlende Motivation erkennen.
(S:) (Achtung:) Das ist kein positiv benanntes Ziel! Richtigerweise wäre: Ich will fehlerfreier schreiben.
(M:) Es wird immer unbekannte Wörter geben, die eine Software rot unterstreicht, auch wenn sie richtig geschrieben sind; umgekehrt kann jedoch ein richtig geschriebenes Wort am falschen Platz stehen.
(A:)-2 Überdies zeigt das Verb »müssen« den Druck von außen und hat nicht mit dem hier gefragten Wissen und Können zu tun. Und so weiter.
(R:) und (T:) sind schließlich nicht im Sinne der Idee von S.M.A.R.T. realistisch noch terminiert.

Beispiel 2: Einen Horrorroman mit S.M.A.R.T. planen

Das fiktive Beispiel für einen Horrorroman auf Basis des Märchens von »Hänsel und Gretel« könnten Sie mit S.M.A.R.T. planen. Jedoch sind die folgenden Übertreibungen beabsichtigt, um auf mögliche Probleme aufmerksam zu machen.

(S:) = Spezifisch: Den Horrorroman »Leckere Teufelsbraten« schreiben und veröffentlichen. Statt in einem Wald überlassen die Eltern die Kinder in einem alten, einsamen Grand-Hotel sich selbst. Doch warnen die Eltern, die beiden nicht in die Küche im Keller zu gehen. Denn dort wartet die »Hexe«, die die Kinder missbrauchen und schlachten will.
(M:) = Messbar: Der Horrorroman wird etwa aus 13 Kapitel bestehen, je nachdem was mir so alles einfällt. Es wird in allen Online-Bookshops angeboten.
(A:) = Ausführbar:
1. Voraussetzungen, Ressourcen und Material: Ich habe Material über verlassene Orte (Lost Places) gesammelt. Einen eigenen Computer habe ich nicht, aber von Hand schreiben geht sowieso für mich schneller.
2. Wissen und Können: Ich kenne die Oper »Hänsel und Gretel« von Engelbert Humperdinck (Musik) und Adelheid Wette (Libretto), sowie das Märchen der Brüder Grimm. Kurzgeschichten kann ich schreiben.
3. Dürfen: Die Hotel-Idee findet sich in Stephen Kings Roman »Shining«. Dort soll eine kleine Familie über den Winter alleine das Haus beaufsichtigen. 2017 bettete die Regisseurin Brigitte Fassbaender in ihrer Inszenierung der Oper am Staatstheater Braunschweig in ein großes Hotel; dort wohnt die Hexe, die sich als Menschenfresserin entpuppt.
4. Personal (Menpower): Ich schreibe den Roman per Hand selbst. Für das Abtippen, die Buch- und Covergestaltung muss ich mir im Schreibforum noch jemanden suchen.
5. Raum: Wenn ich den Küchentisch abends abräume, habe ich einen Schreibplatz. Hauptsache die Küchentür bleibt zu, damit ich den Fernseher nicht so höre.
6. Geld: Fremdkosten entstehen mir durch die Hilfe, siehe Punkt 4, die ich anheuern muss; kalkulieren kann ich das jetzt noch nicht.
(R:) = Realistisch: Ich kann pro Abend vielleicht, maximal fünf DIN A4 Seiten schreiben.
(T:) = Terminiert: Der Roman ist fertig, wenn er fertig ist.

(Checkliste:) Bewertung der S.M.A.R.T.-Planung

(Hinweis:) Das Motiv von »Hänsel und Gretel«, dass Eltern ihre Kinder aussetzen, ist, weil Märchen-Motiv, (urheber-)rechtlich frei. Doch bei der Handlung, die stark an Stephen Kings Roman und die Inszenierung von Frau Brigitte Fassbaender erinnert, könnten es Probleme geben. Hier sollte der Autor vorsichtig sein und ggf. sich beraten lassen.

(Rechtlich:) Neben dem gerade erwähnten kreativen Entführen von Ideen. »Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.« (Oscar Wilde) – Müssen Sie bei Horrorerzählungen nicht nur auf die Grenzen des guten(?) Geschmacks, sondern auch auf das Strafgesetzbuch achten. Zwar sagt Artikel 5, Satz 3 GG (Grundgesetz) »Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.« Doch dem stehen folgenden Paragrafen gegenüber:
§ 184 StGB – Verbreitung pornographischer Inhalte
§ 131 StGB – Gewaltdarstellung
(Tipp:) Daher unterschätzen Sie bei Ihrer S.M.A.R.T.-Planung nicht (A:)-3 Das Dürfen. Dies gilt auch für standesrechtliche Einschränkungen zum Beispiel im Bereich Medizin.

(Achtung:) Kurz und knapp: Dieses Projekt wird vermutlich schief gehen. Die Punkte (M:), (A:)-3, (A:)-5, (A:)-6, (R:) und (T:) sind zu ungenau. Sie enthalten zu viele Unwägbarkeiten.

Beispiel 3: Ein E-Book (Fachbuch) mit S.M.A.R.T. planen

Das fiktive Beispiel für ein E-Book zum Thema »Bessere E-Books« kann S.M.A.R.T. so geplant werden und würde sicher erfolgreich abgeschlossen werden.

(S:) = Spezifisch: Ein E-Book zum Thema »Bessere E-Books« schreiben und veröffentlichen.
(M:) = Messbar: Das E-Book wird zehn Kapitel haben, ein Glossar und ein Stichwortverzeichnis. Es wird in allen Online-Bookshops angeboten.
(A:) = Ausführbar:
1. Voraussetzungen, Ressourcen und Material: Computer, Drucker, Schreibprogramm und Internet-Anschluss sind vorhanden. Ich habe recherchiert und viel Material zusammengetragen.
2. Wissen und Können: Ich weiß, welche die häufigsten Fehler in schlechten E-Books sind und wie man sie verhindern kann. Ich kann Artikel und Bücher schreiben.
3. Dürfen: Das Schreiben und Veröffentlichen eines E-Books zum Thema »Bessere E-Books« unterliegt keiner gesetzlichen oder anderen Einschränkungen.
4. Personal (Menpower): Ich kann neben dem Schreiben auch die Gestaltung und die Werbung alleine auf die Beine stelle. Mein Buchmentor wird mich bei dem Prozess begleiten und mir Tipps geben. Zwei Testleser warten schon auf das erste Exemplar.
5. Raum: Ich habe in meiner Wohnung einen aufgeräumten Schreibtisch, der so steht, dass ich mich von andern Dingen wie Fernsehen nicht ablenken lasse.
6. Geld: Fremdkosten habe ich nur für den monatlichen Internet-Zugang und für die Einmalzahlung für die Veröffentlichung bei einem Book-OnDemand-Dienstleister.
(R:) = Realistisch: Pro Kapitel will ich drei Tage schreiben, zwei Tage für das Optimieren und Gestalten aufwenden, sodass in 50 Arbeitstagen das Buch fertig sein soll. Dazu rechne ich mit 20 % Zeit für unvorhergesehenes wie technische Probleme oder einen Krankentag. Schließlich komme ich auf 60 Arbeitstage.
(T:) = Terminiert: Das E-Book zum Thema »Bessere E-Books« wird am 15. Juli erscheinen.

Fazit zum S.M.A.R.T.-Prinzip

Werden die zehn Fragen, die sich aus dem S.M.A.R.T.-Prinzip ergeben, in der richtigen, positiven und verbindlichen Weise beantwortet. So haben Sie einen Satz von Leitplanken an der Hand, die Sie bei Ihrem Projekt leiten. Sofern Ihnen Zweifel kommen oder tauchen Probleme auf, dann nehmen Sie ihre zehn Antworten zu Hand. Prüfen Sie, ob die Probleme innerhalb der bereits geschriebenen Antworten lösbar sein, oder Sie dagegen die Antworten anpassen müssen, weil etwas Unvorhergesehenes passiert ist.

Der erste Punkt des S.M.A.R.T.-Prinzips wurde oben als ein »positiv besetztes Ziel« bezeichnet. Das erste Beispiel »weniger Schreib- und Tippfehler« zu machen, zeigt die fehlenden Motivation. Daher ist es wichtig, dass Sie für ein Projekt, auch wenn es von Aussen vorgegeben wird (extrinsische Motivation), für sich eine innere Begeisterung (intrinsische Motivation) finden, diese schriftlich festhalten und wenn nötig sich regelmäßig an diese erinnern. Dies ist die Antwort auf die Frage: Warum Sie es tun wollen?

2. Warum oder der goldene Kreis nach Simon Sinek

Der Unternehmensberater Simon Sinek prägte den Satz »Menschen kaufen nicht, was man macht; sie kaufen, warum man etwas macht.« Dieses Prinzip zeigte er mit dem Werbespruch zu Apples iPod aus dem Jahr 2001: »Tausend Songs in Deiner Tasche.« Das war die Antwort von Apple auf die (nicht gestellte) Frage der Konsumenten, warum man den iPod und kein anderes Produkt kaufen sollte. Diese Kommunikationsstrategie bezeichnete Simon Sinek als »goldenen Kreis« (golden circle), der aus den drei Ringen warum (why), wie (how) und was (what) besteht.

Der goldene Kreis nach Simon Sinek mit WHY (warum), HOW (wie) und WHAT (was)
Der goldene Kreis nach Simon Sinek.

Dabei sollte nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Planung und Durchführung, stets von innen (Warum) nach aussen (über das Wie zum Was) ablaufen. Der Wunsch oder die Vision (Glaube) wird so zu einer realen Sache. Bereits in der Bibel heißt es »[…] das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. […]« (Quelle: Matthäus. 17,20). Der Volksmund machte daraus das Sprichwort »der Glaube versetzt Berge« und »wo ein Wille ist, ist auch ein Weg«.

Beispiele des goldenen Kreises für verschiedene Produkte

  • Warum? 1000 Songs in deiner Hosentasche.
  • Wie? Mit einem Apple mp3-Player namens iPod.
  • Was? Es gibt zwei Modelle (5 und 10 GB) zur Auswahl (Stand 2001).
  • Warum? Quadratisch, praktisch, gut.
  • Wie? Handlich, leicht zu öffnen und zu verschließen, gute Qualität und Geschmack.
  • Was? Es gibt viele Schokoladensorte von Ritter Sport.
  • Warum? Vorsprung durch Technik.
  • Wie? Innovativ in Sachen Antrieb und in anderen Bereichen.
  • Was? Audi Quattro-Modelle und andere.

(Checkliste:) Bewertung der drei Beispiele

Die Warums in den drei Beispiele sprechen Emotionen und/oder den Glauben an. Im Idealfall wurden die Slogans zum Teil der Alltagssprache und auch wenn kein Produktname genannt wird, so weiß doch jeder, was damit gemeint ist. Leider wird in der aktuellen Werbung von diesem Prinzip wenig gebrauch gemacht. Der Werbespruch nennt sehr allgemein die Vorteile, die sich leicht merken lassen und (zum Kauf) motivieren.

Die Wies beschreiben die realen (wettbewerbs-)Vorteile: einen mp-3-Player, die Handlichkeit und die Innovationskraft der Firma (Audi). Wie unterschieden sich diese Produkte von anderen? Durch das Hervorheben des Alleinstellungsmerkmals (USP = unique selling proposition).

Zum Schluss beschreiben die Was‚ das Produkt oder die Lösung, die es oft in verschiedenen Ausführungen gibt. Dies ist der rationale Teil, hier werden die Fakten genannt.

St. Galler Management Modell (SGMM)

In den 1960er-Jahren wurden an der Universität St. Gallen eine systemorientierte Managementlehre entwickelt. Diese beruht ebenfalls auf drei Punkten, die den Warum, Wie und Was entsprechen.

  1. Normatives Management (= Warum)
  2. Strategisches Management (= Wie)
  3. Operatives Management (= Was)

Da Management mehr als nur ein »geschicktes Verkaufen« ist, kann man die Fragen nach dem Warum, Wie und Was für jede Art von Planung verwenden.

Die drei M, die in jedem Krimi wichtig sind

Kennen Sie die drei »M«, die in jedem Krimi wichtig sind? Motiv, Mittel und Möglichkeit.

  • Der Täter braucht ein Motiv, einen Grund, also ein Warum für seine Tat, zum Beispiel Rache.
  • Das Mittel ist oft ein Werkzeug, zum Beispiel eine Waffe: Wie (wo mit) führte der Täter seine Tat aus.
  • Schließlich braucht der Täter die Möglichkeit die Tat durchzuführen. Was hat er getan? Er hat sein Opfer erschossen.

Wenn Sie jedoch die Hauptfiguren in anderen Bestsellern, die keine Krimis sind, betrachten, dann stoßen Sie auch dort auf die Warum, Wie und Was.

  • In dem Fantasy-Roman »Der Herr der Ringe« von J. R. R. Tolkien will Frodo den Ring der Macht vernichten. Warum? Nur so kann Mittelerde gerettet werden. Wie? Er muss den Ring in den feurigen Berg (Vulkan) werden. Was? Frodo und acht weitere Gefährten machen sich auf die gefährliche Reise nach Mordor.
  • Der Polizeichef Brody macht Jagd auf einen weißen Hai, in dem gleichnamigen Horror-Roman von Peter Benchley. Warum? Er will seine Familie und die Inselbewohner schützen. Wie? Er holt sich Hilfe von einem Meeresbiologen. Was? Zusammen mit einem Ex-Soldaten fahren die zwei auf’s Meer und töten die Bestie.

Das Warum, Wie und Was für einen Buchautor

Warum? – Warum und wofür ist es Sie wichtig, dieses Buch zu schreiben?
Stichworte: Motivation, Mission und Vision.
Beispiel: Die Autoren Donna Leon schreibt Kriminalromane mit dem venezianischen Polizisten Commissario Guido Brunetti. Neben der spannenden Handlung greift die Autorin dabei immer auch ein »heißes Eisen« an, also aktuelle Themen, wie sie in den Zeitungen diskutiert werden: Bestechung in Behörden, Umweltskandale, sexueller Missbrauch von Kindern und vieles andere mehr. So ist die Motivation und Mission von Donna Leon, auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen.
Wie? – Wie können Sie Ihr Ziel, das sich aus der Motivation, Mission und Vision ergibt, erreichen?
Beispiel: Donna Leon verpackt ihre Gesellschaftskritik geschickt in die Krimis und zeigt durch die Figuren in Gesprächen und Taten das Für und Wider, die Faszination oder den Abscheu zu dem entsprechenden Thema.
Was? – Was machen Sie um Ihr Ziel zu erreichen? – Schreiben und veröffentlichen.
Beispiel: Donna Leon hat von 1992 bis 2022 insgesamt 31 Commissario Brunetti-Krimis veröffentlicht.

Weitere Beispiele lassen sich bei anderen Bestsellerautoren finden:

  • Michael Crichton beschäftigte sich 1990 mit dem Problem der aufkommenden Gentechnik und ihrer Gefahren. Das Ergebnis erschien unter dem Titel »Dinopark« (Jurrassic Park).
  • Dan Brown nahm sich 1996 des Themas der staatlichen Überwachung im Internet an. Der Roman wurde als »Digital Fortress« (Diabolus) veröffentlicht.
  • Dave Eggers machte sich Gedanken darüber, wie ein digitaler Großkonzern die Menschen lenken und manipulieren kann. 2013 erschien das Buch »The Circle« (Der Circle).

Es ist jedoch auch in Ordnung, wenn Sie als (künftiger) Autor nur Ihre Leser mit Spannung, Romantik oder Grusel ohne Gesellschaftskritik einfach nur unterhalten wollen, Stichwort: Eskapismus (Realitätsflucht).

Die drei Hüte des Walt Disney

In meinem Artikel »Wie Bestsellerautoren Ideen finden« habe ich auch die »Walt-Disney-Methode« vorgestellt.

  • Der Hut des »Träumers« erlaubt jeden Gedanken, so finden Sie die Vision (das Warum).
  • Für die nötigen Arbeitsschritte und tragen Sie den Hut des »Realisten«. Das ist das Wie.
  • Unter dem Hut des »Kritikers« notieren Sie konstruktiv den besten Weg. Das ist das Was.

3. Storytelling liefert die Lösung zu einem Problem

Bevor es nun endlich das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip geht, möchte ich noch ein Blick auf das »Storytelling« werden. Eine Technik, die vor allem in den digitalen Medien verwendet wird, und nichts anderes als das klassische »Geschichten erzählen« ist, dessen Ziel die Weitergabe von implizitem Wissen durch Leitmotiven, Symbolen, Metaphern oder anderen Mitteln der Rhetorik ist. Im Storytelling wird in die Geschichte eine Botschaft (Aussage, Moral) verpackt, um sie so leichter weitergeben zu können. Der Erfolg des Storytelling liegt darin, dass statt der reinen Botschaft (Fakten) durch die Erzählung eine emotionale Ebene hinzukommt, die den Leser oder Zuhörer anspricht und Betroffenheit, Interesse, Neugier oder Empathie erzeugt.

(Tipp:) Über das Storytelling habe ich bereits zwei Artikel geschrieben: Storytelling Teil 1 und Storytelling Teil 2. In den Artikeln habe ich die nötigen Leitfragen vorgestellt. Die ersten drei lauten wie folgt.

  1. WARUM: (why) Warum wird das Storytelling genutzt (Grund, Botschaft, Moral, Ziel)?
  2. WIE: (how) Wie soll die Lösung konkret aussehen?
  3. WAS: (what) Was wird gemacht, um die Lösung umzusetzen?
  4. UNGLÜCK: Welches Problem oder Hindernis besteht zu Beginn?
  5. MEHRWERT: Welchen zusätzlichen Vorteil bringt die Problemlösung?

Also auch hier begegnen wir den drei Warum, Wie und Was.

4. Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip

Im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip bringe ich nun den goldenen Kreis nach Simon Sinek und die ersten drei Leitfragen des Storytelling zusammen. Dabei ändert sich nichts an den zehn Leitfragen des S.M.A.R.T.-Prinzip, jedoch bekommen die ersten drei Punkte durch das Warum, das Wie und das Was deutlich mehr Gewicht.
(Tipp:) Beantworten Sie (für sich) die Fragen stets so, dass sie ein Verb enthält. So sehen Sie automatisch, welche Tätigkeiten für die Umsetzung nötig sind.

Das WARUM im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip

Die Frage nach dem WARUM bildet den Ausgangspunkt für das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip. Sie enthält den Wunsch oder die Vision (Glaube), warum Sie als Autor für ein Projekt brennen. Das WARUM stellt die Frage nach dem (S:) = spezifisch im S.M.A.R.T.-Prinzip. Aus der Sicht des Storytellings ist die Antwort auf das WARUM die positiv (beschriebene) Antwort auf ein Problem, das gar nicht genannt wird.
(Tipp:) Beantworten Sie diese Frage immer positiv mit einem genau definierten Ziel, das Sie erreichen wollen.

Das WIE im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip

Das WIE ist die Frage nach der Messbarkeit im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip. Sie fragt nach der Art und Weise der Durchführung für das Projekt, ohne dabei zunächst auf die erforderlichen Ressourcen etc. Rücksicht zu nehmen.

Das WAS im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip

WAS braucht es, um das Projekt durchzuführen, ist die Frage nach der (A:) Ausführbarkeit im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip, die sich in sechs Unterpunkte aufteilt. Nur wenn alle diese Teilbereiche im Vorfeld positiv beantwortet werden können, kann das Projekt durchgeführt werden. Ist das nicht der Fall, so müssen Sie sich zuerst um die Erfüllung dieser Unterpunkte kümmern.

Zwei weitere Fragewörter für das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip

Die beiden letzten Punkte (R:) realistisch im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip kann mit dem Fragewort: »WIE LANGE« bezeichnet werden.

Schließlich ist die Frage nach dem WANN gleichbedeutend mit dem (T:) terminiert im erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip.

Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip (specific Measurable Achievable Reasonable Time-bound) für Buchprojekte und andere Vorhaben
Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip mit dem WARUM, WIE und WAS.

Das erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip für mich als Autor

  • (S:) spezifisch = WARUM = Warum und wofür ist Ihnen das Projekt wichtig? – Die Vision
    Ich suche Lösungen rund um das Schreiben und beschreibe die Ergebnisse gut verständlich.
  • (M:) messbar = WIE = Wie wollen Sie Ihr Ziel erreichen? – Der Weg/Strategie
    Ich erarbeite ein Fachbuch mit cleveren und kompakten Lösungen.
  • (A:) ausführbar = WAS = Was brauchen Sie um Ihr Ziel zu erreichen? – Die Fakten
    Voraussetzungen, Ressourcen, Material; Wissen (Theorie) und Können (Praxis); Dürfen; Personal; Raum und Geld.
    Sind die sechs Punkt in (A:) erfüllt, dann erstelle ich Monografien zu dem zentralen Problem aus (S:), das mit Leitfragen und/oder Checklisten gelöst werden kann.
  • (R:) realistisch = WIE LANGE = Wie lange brauchst Du um Dein Ziel zu erreichen? – Der Zeitraum
    Ich werde jeden Tag zwei Stunden an dem Projekt schreiben und werde 100 Arbeitsstunden benötigen.
  • (T:) terminiert = (bis) WANN = Wann wird das Ziel erreicht sein? – Der Termin
    Ich werde das Projekt am xx.xx.2022 abgeschlossen haben.

(Tipp): Die Autorin Julia Cameron empfiehlt in ihrem Buch »Der Weg des Künstlers«, dass man einen Vertrag mit sich selber machen soll. Die Antworten, die sich für ein Buchprojekt im Rahmen des erweiterte S.M.A.R.T.-Prinzip geben, können dieser Vertrag sein.

Fazit

Mit den positiven, konkreten und schriftlichen Antworten auf das erweiterten S.M.A.R.T.-Prinzip können Sie jedes Buchprojekt oder jedes andere Vorhaben einfach planen und die Umsetzung verfolgen.

(Ende.)