Unterschiede von Erzählungen

Wortwolke Unterschied von Episode, Erzählungen, Kurzgeschichte, Länge, Novelle, Roman

Sie wollen planvoll an ein neues Schreibprojekt herangehen? Dann stellt sich die Frage, was Sie schreiben wollen? Kurzgeschichte, Episode, Novelle oder Roman?

Neben den inhaltlichen Elementen dieser Textgattungen gibt es Unterschiede von Erzählungen, die schließlich über die Länge definiert werden. Für die Planung ist sinnvoll die ungefähre Länge zu kennen.

  

Unterschiede von Erzählungen in der Länge

TextgattungLänge in Worten
Kurzgeschichtebis 4.000
Episodeca. 9.000
Novellebis 50.000
Romanmehr als 30.000
Textgattungen und ihre ungefähren Längen

Unterschiede von Erzählungen: Kurze Texte

Kurzgeschichte

Erzählungen, die Kurzgeschichte genannt werden, erzählen eine fiktive Begebenheit in aller Kürze und verzichtet meist auf Einführungen, Erklärungen, Rückblicke und parallele Handlungen. Im englischen Sprachraum bezeichnet man eine Kurzgeschichte als »short story«. Inhaltlich kann man die Kurzgeschichten in zwei Gruppen unterteilen:

  • In Kurzgeschichten, die eine Beobachtungen zum Inhalt haben, wird der Leser Zeuge von Vorgängen oder Gedanken einer fiktiven Figur. Die Figur kann dabei entweder aktiv oder passiv in der Geschichte agieren.
  • In Kurzgeschichten, die den Versuch einer Problemlösung enthalten, stehen am Anfang ein Problem und damit der Wunsch einer fiktiven Figur, dieses zu lösen. Wie bei einem Drama oder einer Novelle strebt die Handlung zu einem Höhepunkt, für die Figur oft der Tiefpunkt.

Die Länge einer Kurzgeschichte kann bis 140 Zeichen (»tiny tales« auch »Bierdeckelgeschichten« oder »Ultrakurzgeschichten«), genau 100 Worte (»Hundert-Wort-Geschichten«) oder bis zu 4000 Worte enthalten. Es gibt auch viel längere Kurzgeschichten. Die Bezeichnung kann also in die Irre führen, daher sind die inhaltlichen Unterschiede der Erzählungen hier wichtiger.

Episode

Episoden, als besondere Form von Erzählungen, berichten über ein Ereignis, ein Vorkommnis oder einen Zeitabschnitt. Genauso wie bei den Kurzgeschichten gibt es kaum Einführungen, Erklärungen oder Rückblicke. Daher ergibt sich das Verständnis der Handlung aus dem Geschehen heraus. Meist sind die Episoden Teil einer Serie. Es existieren zwei verschiedenen Serientypen:

  • »Serials« (Episodenserien), in der es zu einer Störung der Ordnung kommt und diese dann am Ende beseitigt ist. Die Hauptfiguren verändern sich im Laufe der Zeit nicht oder kaum. Außerdem kann jede Episode unabhängig von einander und in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
  • In »Sequels« (Fortsetzungsserien) werden die Handlung und die Entwicklung der Figuren von Episode zu Episode vorangetrieben. Daher ist die Reihenfolge wie bei einem Mehrteiler wichtig für das Verständnis.

Serien sind für den Autor interessant. Weil er die Hauptfiguren, die er entwickelt hat, mehrfach und immer wieder einsetzen kann. Der Leser ist mit diesen (schnell) vertraut ist und wissen will, wie es weiter geht.

Und die Längen? Beispielsweise umfassen die Episoden von »Raumschiff Enterprise« (TV-Serie »Star Trek«, 1967 – 1969, Länge jeder Folge ca. 45 min) als erzählter Text jeweils um die 9.000 Wörter.

Unterschiede von Erzählungen: Lange Texte

Novelle

Die Novelle liefert im Gegensatz zum Roman kein umfassendes Bild oder Lebenslauf. Stattdessen schildert sie »eine sich ereignete unerhörte Begebenheit« (Goethe). Diese Art der Erzählung beschreibt ein real vorstellbares Ereignis mit Anspruch auf Neuheit bzw. Aktualität. Es gibt einen Konflikt zwischen dem Außergewöhnlichem/Neuartigem und der Normalem/Althergebrachtem. In der Novelle läuft schließlich alles auf einen Wendepunkt hin, der im Text (z. B. mit einem sprachlichen Leitmotiv) oder sogar im Titel bereits angedeutet wird. Oft kommt auch ein Dingsymbol (»Falken-Motiv« genannt) vor, das das äußere Zeichen des Wendepunktes ist.

Die Novelle ist mehr mit dem Drama als mit dem Roman verwandt. Dementsprechend ist der Thriller ein Spezialfall der Novelle. Infolgedessen geht es auch um ein besonderes Ereignis und die Handlung strebt auf einen besonderen Höhepunkt zu. Im Web finden Sie den Begriff der »Thriller-Novellen« und das stellt folglich einen Pleonasmus dar.

Dementsprechend sind alle Jules Verne-Erzählungen Novelle. Denn immer reißt ein real vorstellbares Ereignis die Hauptfigur(en) aus ihrem gewohnten Leben gerissen.

Die Länge einer Novelle beträgt meist zwischen 20.000 und 50.000 Worte.

Thriller

Die grundsätzlichen Eigenschaften eines Thrillers sind übrigens kein Widerspruch zur Novelle.
Ein Thriller bedeutet das folgende und dies sind auch die Erwartungen der Leser:

  • Nervenkitzel aus Hochspannung zwischenzeitlicher Entspannung, also eine Achterbahn der Gefühlte.
  • alltägliche Ängste werden ebenso sichtbar gemacht.
  • allgegenwertige böse Kräfte werden außerdem gezeigt (Ohnmacht oder Verschwörungen).
  • Hoffnung geben, dass ein Kampf möglich und erfolgreich ist.
  • Realismus im Gegensatz zu Horror, Fantasy oder Mystery, obwohl solche Elemente vorkommen können.
  • Der Höhepunkt ist der »Alles verloren«-Moment, aus dem die Hauptfigur schließlich nur durch eine innere Veränderung herauskommt.
  • Sympatische Hauptfigur zum Mitleiden, die neben Stärken auch Schwächen hat, die aus ihrer Vergangenheit begründet werden. Daher will die Gegenfigur diese Schwächen gegen die Hauptfigur nutzen.
  • Gegenfigur mit sympatischen Eigenschaften. Damit die Gegenfigur nicht grundsätzlich abstoßend wahrgenommen wird. In seiner Vergangenheit liegt seine Entwicklung zum Soziapaten begründet. Auch die Gegenfigur braucht eine Schwäche (ihr Kryptonit) um am Ende besiegt zu werden.

Roman

Der Roman hat die größten Unterschiede von Erzählungen und beschreibt oft einen längeren Lebenslauf oder gibt es umfassendes Bild einer Epoche wieder. Im Fokus stehen eher die Figuren und ihr Verhalten bzw. ihre Veränderungen als die reine Handlung wie in der Novelle.
Die Länge eines Romans übersteigt meist die 50.000 Worte.

Fazit

Die Unterschiede von Erzählungen können auch über die Länge definiert werden. Für die Planung einer Geschichte ist sinnvoll die ungefähre Länge zu kennen.