Bilder, Metaphern, Vergleiche und Personifikationen

(Info:) Es heißt: Ein guter Autor erzeugt Bilder im Kopf seiner Leser. Dazu benutzt er sprachliche Mittel wie Bilder, Metaphern, Vergleiche und Personifikationen. Dieser Artikel erklärt die Begriffe und zeigt mit Beispielen von Bestsellerautoren, wie es gemacht wird. Für Vergleiche mit »wie« und »als« gibt es zahlreiche Alternativen.

Metaphern, Vergleiche Personifikationen erzeugen Bilder im Kopf der Leser
Wortwolke zu Bildern, Metaphern, Vergleiche und Personifikationen.

Inhaltsverzeichnis

Metapher

Der Begriff Metapher kommt aus dem Altgriechischen: μεταφορά (metaphorá) = Übertragung. Im Deutschen wird der Begriff »Bild« oder »Übertragung« synonym verwendet.

Bei einer Metapher werden häufig zwei oder mehr Worte zu einem Neuen zusammengesetzt. Der so entstandene Begriff hat dann eine bildhafte oder übertragene Bedeutung.

  • Allmählich wurd‘ es im Walde pechteertonnendunkel.(Pechteertonnendunkel = schwarz)
  • Nach kurzer Erstarrung lief ich hinter dem Kerl her, um ihm einen Tritt auf die Wind- und Wetterseite zu geben. (Wind- und Wetterseite = Rückseite)
  • Als ich mich von dieser Aufregung wieder einigermaßen gesammelt hatte, sah ich mich um nach dem Blitzmädel, der Hexe; … (Blitzmädel = Hexe)
    [Wilhelm Busch – Der Schmetterling]

Die drei Beispiele von Wilhelm Busch zeigen, dass ein Autor für eine Metapher entweder bekannte Wort als auch selbst erfundene Worte nutzen kann. Letztes ist besonders reizvoll.

Vergleiche

Der Vergleich ist eine Wortfigur, um einen Gedanken zu verstärken oder anschaulicher zu machen. Dazu werden zwei Begriffe miteinander verglichen, die ähnlich oder das Gegenteil sind. Häufig – leider zu häufig – werden dazu Schlüsselwörter wie »als« und »wie« für den Vergleich verwendet.

  • Wie ein Pfropfen aus der Flasche flog ich zum Loch heraus, und der alte Schlumann, denn der mußt‘ es sein, brach einen Zweig ab und klopfte mich aus wie ein Sofakissen, wo die Motten drin sitzen.
    [Wilhelm Busch – Der Schmetterling]

Stephen King nutzt für seine Vergleiche (zu) oft das Wort »wie«. In seinem Roman »Cujo« wird »wie« 614-mal bemüht.

Alternativen für »wie« und »als«

Statt des Vergleichs mit „wie“ sind die anderen Formulierungen stärker, einprägsamer und/oder bildhafter.

  • Er griff mit rudernden Armen nach dem Geländer, bekam es zu fassen, und dann stieß Elise ihn fast wieder hinab, als sie an ihm vorbei nach unten stolperte und dabei schrie wie eine Feuersirene in der Nacht.
    [Stephen King – Dolans Cadillac]

Alternative Formulierungen für »schrie wie eine Feuersirene« sind, wobei nicht der folgenden Alternativen auch gut (gelungen) sind: »schrie …

  • als wäre sie eine Feuersirene« (mit dem Wort »als« und Konjunktiv)
  • gleich einer Feuersirene« (mit dem Wort »gleich«)
  • feuersirenig« (als Adjektiv mit der Endung »-ig«)
  • feuersirenenhaft« (als Adjektiv mit der Endung »-haft«)
  • feuersirenesk« (als Adjektiv mit der Endung »-esk«)

(Tipp:) Synonyme für einen Vergleich sind: ähnlich, als, als ob, analog, dasselbe, derart, derartig, dergestalt, dermaßen, derselbe, dieselbe, entsprechend, genauso, gewissenmaßen, gleich, gleiche, gleichen, gleichsam, gleichsam, gleicht, ident, in der Art eines/einer, konform, nach Art, quasi, scheine, scheinen, scheinst, scheinst, scheint, schien, schienen, schient, solcherart, solchergestalt, solchermaßen, solcherweise, sozusagen, übereinstimmend, vergleichbar, wie, wie wenn, wie wenn.

(Tipp:) Synonyme für einen Vergleich mit »scheinen« sind: alle Ehre machen, annehmen, Anschein erwecken, ausschauen, Eindruck machen, erinnern an, finden, glauben, Konkurrenz machen, schätzen, scheinen, vermuten, wirken.

  • Ihr Schrei machte einer Feuersirene Konkurrenz.
  • Der Schrei machte einer Feuersirene alle Ehre.
  • Ihr Schrei erinnerte an eine Feuersirene.

Und dann gibt es noch die Vergleiche, die als solche nicht sofort erkennbar sind. Es fehlt ein Signalwort wie »wie« oder »als« und der Vergleich wird nicht im Konjunktiv geschrieben.

  • Ich hatte ununterbrochen dröhnende Kopfschmerzen; hinter meiner Stirn war es ständig Mitternacht im größten Uhrengeschäft der Welt.
    [Stephen King – Wahn]

Personifikation

Die Personifikation oder Personifizierung eine rhetorische Figur, die Tieren, Pflanzen, Gegenständen oder abstrakten Konzepten menschliche Züge verleiht (Personifikation).

  • – hatte die Sonne erbarmungslos gebrannt.
    [Stephen King – Cujo]
  • Als er noch sagte, dass seine Katze sich schrecklich freuen werde, ihn wiederzusehen, zauberte das ein mattes Lächeln auf Alice’ Gesicht.
    [Stephen King – Puls]

Fazit

Bilder, Metapher, Vergleiche und Personifikation machen einen Text lebendig und für den Leser anschaulicher.

  • statt der ewigen Wiederholung von »wie« und »als« bei Vergleichen, können bessere Formulierungen gefunden werden, (siehe:) Synonyme.
  • bei den Bildern muss stets geprüft werden, ob diese passend, frisch und neu sind.
    (Achtung:) Klischees (mittlerweile veraltete, abgenutzte oder überbeanspruchte Formulierungen) sollten vermieden werden (siehe:) Wikipedia/Klischee.