Anführungszeichen

Wortwolke Anführungszeichen

Anführungszeichen signalisieren den Beginn und das Ende einer wörtlichen Rede oder heben bestimmte Wörter wie Namen hervor. Es gibt verschieden Symbole im Deutschen dafür. Die Reihenfolge oder Lage der Anführungszeichen unterscheidet sich vom Gebrauch in anderen Sprachen wie Französisch oder Englisch.

  

Anführungszeichen zeigen wörtliche Rede, Gedanken oder eine Worthervorhebung an
Anführungszeichen zeigen wörtliche Rede, Gedanken oder eine Worthervorhebung an

Gerade Anführungszeichen

Gerade Anführungszeichen , das gleichermaßen vor und nach der wörtlichen Rede stehen, stammt aus der Area der Schreibmaschinen. Diese Zeichen werden heute beispielsweise nur beim schnellen Tippen in Chats und E-Mails verwendet. Demgegenüber sollten Sie diese nicht in einem literarischen Text verwenden.

  • Martin sagt: „Ich habe dazu keine Lust.“

Anführungszeichen unten und oben (Gänsefüßchen)

Anführungszeichen unten, wie eine 99 am Anfang, und Anführungszeichen oben, wie eine 66 am Ende, werden umgangssprachlich Gänsefüßchen genannt. Diese Zeichen, die auch beim handschriftlichen Schreiben meist benutzt werden, sind folgerichtig weitverbreitet.

  • Martin sagt: „Ich habe dazu keine Lust.“

Anführungszeichen rechts und links (Spitzzeichen)

Anführungszeichen rechts und links werden auch Guillemets (frz.), Chevrons (engl.), Möwchen oder Spitzzeichen genannt. Diese werden im literarischen Text bevorzugt, weil sie besser in das Schriftbild passen. Denn sie haben die gleiche Höhe wie ein Kleinbuchstabe, auch x-Höhe genannt. Wobei im Deutschen die Spitzzeichen immer zur wörtlichen Rede zeigen. Ein weiterer Vorteil der Spitzzeichen ist, dass Fehler mit ihrem Gebrauch lassen sich einfacher erkennen als bei den Gänsefüßchen.

  • Martin sagt: »Ich habe dazu keine Lust.«

Einfache oder halbe Anführungszeichen

Alle drei Arten der obigen Anführungszeichen haben je weitere Variante. Diese besteht nur aus einem einfachen Symbol statt einem Doppelsymbol. Diese werden für Gedanken, für Zitate oder wörtliche Rede in der wörtlichen Rede und schließlich für das Hervorheben eines Namens benutzt. Allerdings werden Gedanken je nach Autor auch ohne Symbole geschrieben oder in kursive Schrift gesetzt. Wichtig ist nur, dass Sie innerhalb einer Erzählung konsequent bleiben.

  • ‚Das schaffe ich‘, dachte Martin. (Gerade Anführungszeichen)
  • ‚Das schaffe ich‘, dachte Martin. (Gänsefüßchen)
  • ›Das schaffe ich‹, dachte Martin. (Spitzzeichen)

Gedanken sichtbar machen

  • Sogar an einen richtigen Unterricht dachte Gordon. [Jules Verne – »Zwei Jahre Ferien«]
    (Gedanken ohne Symbole; der Nachteil ist, dass das schnell überlesen wird.)
  • Wahrscheinlich hat der arme Köter schon im Hundehimmel gekläfft, bevor er gewusst hat, dass er tot ist, dachte Clay. (Gedanken ohne Symbole)
  • »Reden Sie laut mit uns«, sagte Alice. »Einfach ›Okay, alles okay bei mir‹, irgendwas in der Art. Die ganze Zeit.« (Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede)
  • »›Hoffen und harren hält manchen zum Narren‹, sagt mein Vater immer. Wenn wir anfangen …« (Wörtliche Rede in der wörtlichen Rede)
  • Sie sagt, ich zitiere, dass er ›sehr selbstständig‹ ist. […] (Zitat in einer wörtlichen Rede)

Allerdings gibt es noch eine andere Art Gedanken wiederzugeben, nämlich mit der Methode der indirekten Rede.

  • »Aha«, sagte Anne und dachte bei sich, dass ihre Cousine tatsächlich ziemlich merkwürdig sei.
    (indirekte Rede)
  • Na, das kann ja heiter werden, dachte Anne. (Gedanken als direkte Rede und ohne zusätzliche Symbole)
    [Enid Blyton – »Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel«]
    Sie mischt beide Arten in einer Erzählung, während in »Dracula« Bram Stoker konsequent die Gedanken seiner Figuren nur als indirekte Rede wiedergibt.
  • »Gute Nacht, Tad«, hörte er von fern die leise Stimme seiner Mutter, und in Gedanken rief er ihr zu: Pass auf, Mommy, sie fressen Frauen! In den Filmen fangen sie die Frauen und verschleppen sie, und dann fressen sie sie! Oh, bitte, bitte, bitte … (Im Roman ist der Teil ab Doppelpunkt bis zu den Pünktchen kursiv, weil es nur Gedanken sind.) [Stephen King – »Cujo«]

Hervorheben eines Namens

  • »Jesses«, sagte Tom und blieb stehen. »Das ist der ›Baby Elephant Walk‹.« (Hervorheben eines Namens)
    [Stephen King – »Puls«]

Eingabe von Anführungszeichen

Moderne Texteditoren oder Schreibprogramme wie WORD verwandeln automatisch ein getipptes “ (Umschalt-2 oder Shift-2) in ein Anführungszeichen unten oder oben um. Daher muss sich der Benutzer weniger Gedanken, um die nötige Tastenkombination machen. Werden die Spitzzeichen bevorzug, so kann man dies vorab Einstellen oder nachträglich im Text ersetzen lassen.

  • Gerade Anführungszeichen
    • “ macOS: shift-2 | Windows: shift-2 | ASCII-Code dez: 34
    • ‚ macOS: opt-´ | Windows: ASCII-Codecode dez: 39
  • Anführungszeichen unten und oben (Gänsefüßchen)
    • „…“ macOS: opt-^, opt-2 | Windows: ?? | ASCII-Code dez: 134 und 147
    • ‚…‘ macOS: opt-s, opt-# | Windows: ?? | ASCII-Code dez: 130 und 145
  • Anführungszeichen rechts und links (Spitzzeichen)
    • »…« macOS: opt-shift-q, opt-q | Windows: ?? | ASCII-Code dez: 187 und 171
    • ›…‹ macOS: kein Tastenkürzel | Windows: ?? | ASCII-Code dez: 155 und 139

Wort hervorheben

Ein bestimmtes Wort kann auch mit Anführungszeichen hervorgehoben werden. Um aber eine Verwechslung mit der wörtlichen Rede zu vermeiden, sollte man lieber eine andere Form der Hervorhebung wählen, z. B. kursive Schreibweise, siehe oben.

Fazit

  • Wörtliche Rede wird in Anführungszeichen gesetzt. Jedoch für literarische Texte werden die Spitzzeichen empfohlen, da diese am besten ins Schriftbild passen.
  • Einfache oder halbe Anführungszeichen dienen zur Hervorhebung von Wörtern, Zitaten oder wörtlicher Rede in der wörtlichen Rede.